Baucamps im Rahmen von „Jugend baut Europa“

Die Initiierung von Internationalen Baucamps ist für uns von Mensch Raum Land einer der Kernpunkte unseres Modellkonzeptes in ländlichen Regionen.

Während es für die Teilnehmenden und Gruppenanleiter_innen darum geht praktische Erfahrungen zu sammeln und am Aufbau einer Beratungsstelle oder einer Lernwerkstatt mitzuwirken, steht für uns die regionale Entwicklung im Vordergrund. Die baulichen Ergebnisse, der zeitliche Faktor sowie die Bindung von Fachkräften und Teilnehmenden an die Region spielen dafür eine wesentliche Rolle.

Zur Bildung von Strukturen in den ländlichen Regionen müssen kostengünstige Räumlichkeiten entstehen. Wichtige Vorarbeiten, wie Maler- und Spachtelarbeiten sowie das Ausheben von Gräben müssen geleistet werden bis professionelle Handwerker ans Werk gehen und die Endarbeiten fertigen.
Baucamps lassen sich relativ schnell realisieren und vermitteln der örtlichen Bevölkerung, dass sich junge internationale Gäste für ihre Region interessieren. Schnell können Einsätze auf Nachbargrundstücke ausgedehnt und sichtbare Ergebnisse erzielt werden. Viele Hände können viel ausrichten, es passiert etwas in der Gegend und auch die Bewohner_innen selbst können durch Einsätze auf ihren Grundstücken schnell einmal den verwilderten Garten oder eine marode Stallung entkernt bekommen – diese Erfahrungen schaffen Vertrauen in die Ernsthaftigkeit unseres Vorhabens, langfristige Strukturen in den Bereichen Bildung und Soziales zu etablieren.

Anderseits bekommen Anleiter_innen die Möglichkeit ihre Arbeit über die regelmäßigen Baucamps zu professionalisieren. Sie sind selbst am Aufbau einer Einrichtung sowie den nach ihren eigenen Ideen entstehenden Werkstätten bzw. Ateliers beteiligt und können eine berufliche Perspektive in der internationalen und lokalen Jugendarbeit bekommen.

Und die jungen Teilnehmenden erhalten wiederum interessante Perspektiven einerseits durch die Teilnahme an regelmäßigen lokalen Praxisangeboten in den Einrichtungen sowie anderseits durch für und mit ihnen organisierte internationale Baucamps mehrmals im Jahr. Das Durchlaufen praktischer Lernangebote sowie die Möglichkeit am Aufbau von Einrichtungen sichtbar mitzuwirken, bieten den Jugendlichen schließlich Orientierungsmöglichkeiten im Übergang Schule zu Beruf und fördern wichtige Schlüsselkompetenzen, wie z.B. die soziale Kompetenz, Eigenverantwortlichkeit oder das Verständnis für andere Kulturen.

Im Rahmen von „Jugend baut Europa“ haben wir bereits diverse Baucamps gestartet und ausgebaut. In der Region Lika, Kroatien werden diese inzwischen von lokalen Fachkräften betreut. In der Gemeinde Podum geht es um den Aufbau einer Jugendberatungsstelle und Nachbarschaftliche Einsätze. In der Gemeinde Vrhovine werden die Arbeiten an der Zipline vorangetrieben, das entstehende Gemeindehaus ausgebaut und ebenso Nachbarschaftshilfe über die Baucamps geleistet. Im ländlichen Raum Brandenburgs starten wir über die Baucamps mit dem Aufbau einer Perspektiv- und Lernwerkstatt.